2.3.2.3 Nachrüsten bei Anlagen und Gebäuden

Unabhängig von den Vorgaben, die bei einer Modernisierung der Bauteile gelten, sind Eigentümer zu bestimmten Nachrüstungen verpflichtet. Hier sieht die EnEV in § 9 Abs.1 vor alle Heizungsanlagen, die vor dem 1.Okt 1978 eingebaut wurden auszutauschen bzw. nachzurüsten. Die Regelung gilt für Heizkessel von 4 bis 400 kW, die keine Brennwert- oder Niedertemperaturkessel sind.
Ergänzend greift hier auch die Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV), die ein Austauschen des Kessels bei Überschreitung der zulässigen Abgasverluste vorschreibt. Dies gilt auch bei Kesseln, die nach dem 1. Oktober 1978 aufgestellt oder in Betrieb genommen wurden.
Konkret bedeutet dies für beinahe alle in Frage kommenden Gebäude, wenn nicht im Laufe der Zeit schon geschehen, einen Austausch der Heizkessel, unabhängig von Modernisierungsmaßnahmen oder sonstigen Um- und Anbauten.

Ebenso sind zugängliche Warmwasser- und Wärmeverteilungsleitungen die sich in unbeheizten Räumen befinden, nach Anhang 5 der EnEV, in Abhängigkeit von ihrem Durchmesser gegen Wärmeabgabe zu dämmen.

Nicht begehbare aber zugängliche, obere Geschossdecken beheizter Räume müssen in einer Weise ertüchtigt werden, dass sie einen U-Wert von 0,3 W/(m²K) nicht überschreiten. Diese Anforderung wurde aufgenommen, da Untersuchungen ergaben, dass über die obere ungedämmte Geschossdecke einem erheblichen Einfluss auf die Größe der Transmissionswärmeverluste haben.

Um Hauseigentümern keine unzumutbaren finanziellen Belastungen aufzuerlegen, sind diese Nachrüstpflichten bei Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen erst bei einem Eigentümerwechsel zu erfüllen.


1. Allgemeine Beschreibung des Fertighausbaus der Jahre 1950 bis 1980
2. Sanierungs- und Modernisierungsziele, bautechnische Anforderungen der Gegenwart
3. Sanierungsmethoden
4. Sanierung am Fallbeispiel
5. Schlussbetrachtung
6. Berechnungsanhang
7. Quellenangabe und Abbildungsnachweise