2.4.3.4 Asbestfaserzementprodukte

Die gesundheitlichen Schädigungen durch Asbestfasern sind spätestens seit den in den 20er Jahren erkannten Zusammenhängen zwischen narbigen Umwandlungen des Lungengewebes und Asbestfasern, bekannt. Zu einem vollständigen Verbot kam es in Deutschland erst 1982, über 45 Jahre nach Annerkennung der Asbestose als Berufskrankheit.
In der 1989 eingeführten Asbest-Richtlinie für schwach gebundene Asbestfaserprodukte (Neufassung von 1996) wird die Notwendigkeit einer Sanierung über drei Dringlichkeitsstufen ermittelt. Es sind hier keine Grenz-, Höchst- oder Richtwerte angesetzt.

Für die Erfolgskontrolle einer Sanierung ist in Abschnitt 5.3 folgendes festgehalten.

5.3 Beurteilung der raumlufthygienischen Situation
5.3.1 Erfolgskontrolle von Sanierungen
Bei der Erfolgskontrolle von Sanierungen ist nachzuweisen, daß die beiden folgenden Bedingungen eingehalten sind:
  1. Die Asbestfaserkonzentration mit Faserlangen L 5 µm, Faserdurchmessern D < 3 µm und einem Verhältnis von Faserlange zu Faserdurchmesser L:D > 3:1 wird aus der auf dem Filter beobachteten Faseranzahl berechnet. Jeder Meßwert muß weniger als 500 F/m³ betragen.
  2. Die Obergrenze des aus der Anzahl der Asbestfasern mit einer Faserlänge L 5 µm, einem Faserdurchmesser D <3 µm und einem Verhältnis von Faserlange zu Faserdurchmesser L : D > 3:1 nach der Poisson -Verteilung berechneten 95 %- Vertrauensbereichs der Asbestfaserkonzentration muß unterhalb von 1000 F/m³ liegen.

Bei den in Holz-Fertig-Häusern verbauten Asbestfaserprodukten handelt es sich vorwiegend um festgebundene Asbestfaserprodukte wie Fassadenbekleidungen, Fensterbänke und Dacheindeckungen, für festgebundene Asbestfaserprodukte gilt die Asbest-Richtlinie nicht.
Da diese Produkte überwiegend im Außenbereich von Gebäuden angebracht wurden besteht kein akuter Handlungsbedarf. Festgebundene Asbestfaserprodukte schließen, wie der Name zu verstehen gibt, die vorhandenen Asbestfasern fest ein. Eine Freisetzung dieser ist im Regelfall nur durch Beschädigung möglich. Auch bei langzeitiger freier Bewitterung werden Fasern freigesetzt, allerdings nicht in Innenräume.
Da der Umgang mit Asbestfaserprodukten aber nur im Rahmen von Abbruch-, Sanierung- und Instandhaltungsarbeiten (ASI, TRGS 519) gestattet und sonstige Bearbeitung wie Anbohren usw. verboten ist, empfiehlt sich dennoch eine vollständige Beseitigung der Produkte, um eine zeitliche Verschiebung des Asbestproblems zu umgehen.


1. Allgemeine Beschreibung des Fertighausbaus der Jahre 1950 bis 1980
2. Sanierungs- und Modernisierungsziele, bautechnische Anforderungen der Gegenwart
3. Sanierungsmethoden
4. Sanierung am Fallbeispiel
5. Schlussbetrachtung
6. Berechnungsanhang
7. Quellenangabe und Abbildungsnachweise