4.2.4 Wärmebrücken

Für den Nachweis der Energieeinsparung (EnEV) können Wärmebrücken pauschal mit Nachweis nach DIN 4108 Beiblatt 2 angesetzt werden, wenn ausschließlich wärmetechnisch äquivalente Konstruktionen nach DIN 4108, Bbl. 2verwendet wurden. Ebenso möglich ist eine pauschale Beaufschlagung auf den U-Wert jedes Bauteils mit 0,1 W/m²K.
Die dritte Möglichkeit ist die detaillierte Aufschlüsselung aller Wärmebrücken, was in diesem Fall eine weitere rechnerische Senkung des Jahresprimärenergiebedarfs bedeutet. Im Hinblick auf verschieden Fördermaßnahmen, z.B. der eines KFW- Kredites, ist dieser genaue Nachweis nicht unerheblich.

Nach DIN 4108 sind folgende Wärmebrücken zu bearbeiten:

DIN 4108 ­ 6
6.1.2 Berücksichtigung der Wärmebrücken

  • Gebäudekanten
  • Bei Fenster und Türen: Laibungen (umlaufend)
  • Decken-und Wandeinbindungen
  • Deckenauflager
  • Wärmetechnisch entkoppelte Balkonplatten

Folgende Details können vernachlässigt werden:

DIN 4108 Bbl 2:2004-01
4 Empfehlungen zur energetischen Betrachtung

Bei der energetischen Betrachtung können folgende Details vernachlässigt werden:

  • Anschluss Außenwand/Außenwand (Außen- und Innenecken);
  • Anschluss Innenwand an durchlaufende Außenwand oder obere oder untere Außenbauteile, die nicht durchstoßen werden bzw. eine durchlaufende Dämmschicht mit einer Dicke > 100 mm bei einer Wärmeleitfähigkeit von 0,04 W/(mK) aufweisen;
  • Anschluss Geschossdecke (zwischen beheizten Geschossen) an Außenwand, bei der eine durchlaufende Dämmschicht mit der Dicke 100 mm bei einer Wärmeleitfähigkeit von 0,04 W/(mK) vorliegt;
  • Einzeln auftretende Türanschlüsse von Wohngebäuden in der wärmetauschenden Hüllfläche (Haustür, Kellerabgangstür, Kelleraußentür, Türen zum unbeheizten Dachraum).

Für den Nachweis wurden folgende Wärmebrücken ermittelt:

ermittelte Wärmebrücken
Ermittelte Wärmebrücken

Berechnet wurden die Wärmebrücken mit Hilfe der Software Therm 5.2 vom Lawrence Berkeley National Laboratory (University of California, USA). Diese Software erfüllt die Vorraussetzungen der DIN ISO 10221-1 und kann zur Berechnung zweidimensionaler Wärmeströme herangezogen werden. Die Auswertung und Berechnung des längenbezogenen Wärmebrücken- verlustkoeffizienten () geschah unter Verwendung von Excel- Berechnungsblättern.

Anmerkung: Bei der Berechnung der Wärmebrückenkoeffizienten konnten nicht alle Fragen zur Vorgehensweise der Berechnung bei den verschiedenen Details abschließend geklärt werden. Zumal die Randbedingungen in DIN 4108 Bbl. 2 nicht ausreichend dargestellt sind. Überwiegend wurden die Werte jedoch korrekt ermittelt, so dass eine qualitative Übereinstimmung angenommen werden kann.

Die Randbedingungen zur Ermittlung des längenbezogenen Wärmebrückenverlustkoeffizienten sind in der DIN ISO 10211-1, DIN ISO 10211- 2, DIN 4108-6 und im Beiblatt 2 festgehalten.


1. Allgemeine Beschreibung des Fertighausbaus der Jahre 1950 bis 1980
2. Sanierungs- und Modernisierungsziele, bautechnische Anforderungen der Gegenwart
3. Sanierungsmethoden
4. Sanierung am Fallbeispiel
5. Schlussbetrachtung
6. Berechnungsanhang
7. Quellenangabe und Abbildungsnachweise