3.3.3 Beschichtung und Bekleidung

Für die Beschichtung gibt die PCP-Richtlinie zwei Möglichkeiten, die Beschichtung mit absperrenden Lacken und die Bekleidung mit Folien.

PCP-Richtlinie 1996
6.2.2.2 Beschichten mit Decklacken

Ein Abdichten der Holzoberfläche kann durch Verwendung von Beschichtungssystemen erfolgen, die folgende Bedingungen erfüllen:

  • Beschichtungssysteme müssen ein ausreichendes Eindringvermögen in den Rissgrund und zur Rissüberbrückung eine ausreichende Bruchdehnung aufweisen und dauerelastisch sein.
  • Vor dem Aufbringen der Beschichtung ist das PCP chemisch oder physikalisch auf der Holzoberfläche zu fixieren oder zu modifizieren, um zu verhindern, dass Lösemittel in den Beschichtungen zu einer Erhöhung der Emission von PCP führen bzw. um die Diffusion von PCP in die Beschichtung zu vermeiden.

Es dürfen nur solche Beschichtungen verwendet werden, bei denen gesundheitlich bedenkliche Verunreinigungen der Raumluft bei erneuter Raumnutzung auszuschließen sind.

Hier ist auf eine Eignung und Zulassung des gewählten Systems ebenso wie eine bestätigte Dauerhaftigkeit der Beschichtung zu achten.
Am Markt erhältliche Systeme sind unter anderem:

  • PF2 - Combi, UHST
  • EX - Schadstoffvernichter, Baden Chemie
  • Cova, Livos

Aufgrund von Langzeittests mittels Zeitrafferuntersuchungen konnte eine Wirksamkeit der Systeme von 10 Jahren (PF2-Combi) nachgewiesen werden. Bei dem System Ex wird eine Wirksamkeit, laut Allgemeinem Bauaufsichlichem Prüfzeugnis, von 5 -10 Jahren bestätigt.
Eine Überprüfung der Wirksamkeit der Sanierungsmaßnahmen in Abständen von 3-5 Jahren ist notwendig.

Das Bekleiden mit Folien ist ebenso eine Methode zur Abgrenzung der belasteten Bauteile. Mit der Folie wird die Diffusion der Schadstoffe in den Wohnraum behindert. Die Verarbeitung muss hier sehr sorgfältig geschehen, Durchdringungen und Zerstörung der Folie in den Anschlussbereichen vermieden werden. Es ist auf jeden Fall gesondert bauphysikalisch zu untersuchen, welche Auswirkungen das Einbringen einer Dampfsperre in die Bauteile hat.

Eine weitere Methode der Bekleidung hat sich in den vergangenen Jahren durch die Entwicklung eines Absorberstoffes etabliert. Beispielsweise wird unter dem Namen Kairatin® der Firma Raab Karcher ein Vlies angeboten, welches Schadstoffe aus der Luft aufnimmt und speichert. Das Vlies besteht aus Schafwolle, deren Faseroberfläche zur besseren Schadstoffabsorption technisch modifiziert wurde.

Hintergrund ist, dass das in der Schafwolle enthalte Eiweiß Keratin Schadstoffe bindet, die Absorptionsmöglichkeit wird durch vorheriges Auswaschen der Wollfette stark vergrößert. Diese Eigenschaft von Schafwolle, Schadstoffe zu binden, ist schon seit den 50er Jahren bekannt.
Die Adsorption an der, im Vergleich zur äußeren, vielfach größeren inneren Oberfläche der Fasern funktioniert prinzipiell wie in Abschnitt 3.1 beschrieben.

Das Vlies kann unter einer weiteren Beplankung, z.B. Gipskarton, großflächig in das Bauteil eingebracht werden. Die Verwendung ist nicht auf Maßnahmen zur Sanierung holzschutzmittelbelasteter Gebäude beschränkt, sondern auch hinsichtlich einer Formaldehydbelastung wirksam.
Versuche hierzu wurden vom Eco-Umweltinstitut in Köln durchgeführt. Man rechnet mit einer Wirkzeit der Absorbierung von über 10 Jahren.


1. Allgemeine Beschreibung des Fertighausbaus der Jahre 1950 bis 1980
2. Sanierungs- und Modernisierungsziele, bautechnische Anforderungen der Gegenwart
3. Sanierungsmethoden
4. Sanierung am Fallbeispiel
5. Schlussbetrachtung
6. Berechnungsanhang
7. Quellenangabe und Abbildungsnachweise